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Manuskript

Nacktszenen ja – aber anders

Die Bewegung #MeToo hat die Filmbranche verändert. Schauspielerinnen möchten sich und ihren Körper schützen – auch vor männlichen Blicken. Dabei sollen ihnen spezielle Beraterinnen helfen.

Schauspielerin Keira Knightley möchte erotische Szenen nicht mehr mit männlichen Regisseuren drehen. Und sie erklärt das so: „Weil ich zu eitel bin und dieser Körper schon zwei Kinder geboren hat und ich ungern nackt vor einer Gruppe Männer stehen möchte.“ Knightley lehnt Nacktszenen nicht grundsätzlich ab. Sie ist bereit, solche Szenen in einem Film zu drehen, in dem es um die Veränderung des Körpers geht – aber nur mit einer Frau, die das versteht.

Bis vor einigen Jahren gab es allerdings in der Filmbranche kaum Frauen hinter der Kamera – und wenig Feingefühl für dieses Thema. Die Gestaltung der erotischen Szenen wurde meistens dem Regisseur allein oder den Schauspielerinnen und Schauspielern überlassen. Sogar Vergewaltigungsszenen wurden ohne Beratung mit Expertinnen gedreht.

Im Theater gibt es schon länger sogenannte „Intimacy Directors“, die Sex- oder intime Szenen gestalten. In der Filmindustrie hat man sich lange kaum darum gekümmert. Das änderte sich erst durch die internationale #MeToo-Bewegung. 2017 veröffentlichte die Britin Ita O'Brien Intimitätsrichtlinien für die Filmbranche. Sie ist eine der ersten Intimitätskoordinatorinnen der Filmwelt.

Julia Effertz ist ihre erste deutsche Kollegin. Als Schauspielerin weiß sie sehr gut, wie traumatisch und verletzend intime Szenen sein können – und versucht, das zu verhindern. Sie führt Vorgespräche über die intimen Inhalte einer Produktion mit der Regie und den Schauspielern. Beim Dreh prüft sie, ob alles eingehalten wurde, was abgesprochen wurde. Und nach dem Dreh führt sie mit den Regisseuren und den Schauspielerinnen Abschlussgespräche. Effertz kann bestätigen, dass die #MeToo-Bewegung die Filmbranche verändert hat. Trotzdem bleibt, ihrer Meinung nach, noch viel zu tun: „Mich überrascht, dass es immer noch so langsam geht“, sagt sie.

Im Text geht es darum, dass …

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